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Maus im Haus

Maus im Haus

Freigänger Katzen gehen in der Regel ihrem Instinkt nach und lieben das Jagen. Frisst die Katze ihre Beute auf und  gönnt sich nach einem erfolgreichen Tag ein Schläfchen auf dem Sofa, so haben Sie Glück. Manche Katzen überraschen Ihre Menschen mit einem tierischen Mitbringsel, gerne in Form von Mäusen. Es können aber auch Ratten, Fische, kleine Hasen, Vögel, Schlangen oder Würmer sein. Vermutlich atmen die meisten von Ihnen nach dieser Aufzählung etwas auf und sind froh, dass Sie nur ein Mausproblem mit Ihrer Samtpfote haben.

Unsere Hauskatzen haben einen angeborenen Jagdinstinkt, den sie gerne ausleben möchten. Stubentiger in Wohnungshaltung fangen alternativ  Fliegen und Spinnen als lebende Beute. Dafür werden sie von ihren Menschen meist noch gelobt oder es ist uns schlichtweg egal. Grausig wird es erst für uns Menschen, wenn wir schwerverletzte, halbtote oder angefressene Beutetiere im Haus haben.

Immer wieder werde ich von Katzenhaltern gefragt wie sie sich verhalten sollen in diesen ungeliebten Situationen. Sollen sie die Katze loben oder schimpfen, sollen sie still das Tier entsorgen oder warten Mieze es gänzlich auffrisst? Wird die noch lebende Maus von Mieze entsorgt oder springt der Mensch als Retter des Beutetiers ein?

Eine allgemein gültige Antwort gibt es nicht, da  auch in Katzenkreisen die Motivation  eine Beute ins Haus zu  tragen ganz unterschiedlich sein kann.

Es gibt verschiedene Erklärungsversuche für das Nachhausetragen von Beute:

  • Katzenmütter versorgen die Kitten, erst mit toten Mäusen und später mit lebender Beute. Sie bringt den Jungen auf diese Weise das Töten von der Beute mit dem Nackenbiss bei. Vielleicht möchte die Katze uns also das richtige Töten zeigen, damit wir uns im Notfall selbst versorgen können.
  • Es bringen aber auch kastrierte Katzen und Kater tote oder lebende Beutetiere nach Hause. Ein Grund könnte sein, dass sie ihren Fang ins Haus bringen, um ihn dort in Sicherheit und Ruhe zu genießen.
  • Ein anderer Erklärungsversuch ist, dass die Beute ein Geschenk für den Katzenbesitzer ist. Entweder hält die Katze den Menschen nicht für fähig selbst in der Mäusejagd erfolgreich zu sein (ähnlich einer Mutterkatze) oder sie möchte einfach etwas mitbringen.
  • Vielleicht möchte die Katze auch nur gelobt werden und dem Menschen zeigen was für ein guter Jäger sie ist.

Was tun bei Mausmitbringsel?

Schimpfen ist ganz sicher wenig zielführend, das noch lebende Beutetier retten dagegen ist immer richtig. Optimal ist es die Rettungsaktion ohne Miezes Aufsicht durchzuführen. Die Katze wird ihre Beute noch kurz suchen, sich dann aber wie gerne ablenken lassen. Viel Aufregung und Aktion seitens des Menschen in dieser Situation, könnte der Katze Spaß bereiten. Sie bewertet die Reaktion positiv und wiederholt das Verhalten.

Mit Ruhe und Geduld können wir ihr vielleicht  abgewöhnen die Beute ins Haus zu bringen. Egal, ob es sich um Geschenke für den Menschen handelt oder Mieze ihre Beute nur in Sicherheit verspeisen möchte. Nehmen Sie die Beute ohne Lob oder Tadel ab und bringen sie vor die Tür. Nach einigen Wiederholungen, wird eine kluge Katze keine Beute mehr nach Hause bringen. Verhalten, dass ihr nichts einbringt, wird in der Regel von der Katze eingestellt.

Sollte die Maus im Haus panisch die Flucht ergriffen haben und will in ihrer Todesangst das Haus nicht freiwillig verlassen, hilft möglicherweise eine Lebendfalle.

Ganz wichtig: die Katze ist bei der menschlichen Rettungsaktion nicht mehr anwesend. Sonst könnte dies als Spiel verstanden werden und die schlaue Katze sorgt schnell für Nachschub aus dem Garten, damit der tolle Spaß weitergeht.

Für alle Katzenbesitzer, die ihre Samtpfote durch ein üppiges Angebot von leckerem Futter vom Beutefang abbringen wollen, die Nachricht: es funktioniert nicht. Da die Verhaltenssequenzen Jagen und Fressen unabhängig voneinander ausgeführt werden, wird auch eine satte Katze die Pfoten vom Jagen nicht lassen können. Möglicherweise führt es noch dazu, dass sie dem Menschen die „Reste“ nach Hause bringt. Genau das ist aber für das menschliche Auge eklig und grausig.

Wir sehen in unseren Hauskatzen doch lieber den Schmusetiger als den Beutegreifer, auch wenn beides zum Leben einem Katzenleben gehört.

 Petra Bauer/ Juli 2017 Tierpsychologie Auf Katzenart

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